Psychoonkologie

 

Bis zu 39 % der Patienten, die die Diagnose „Krebs“ erhalten, sind alleine durch die Mitteilung schwer traumatisiert. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen kommen. Alles in allem bedeutet das negativen Stress, welcher sich auch auf körperliche Funktionen auswirken kann. Mittlerweile gilt es als gesichert, dass dieser Stress mit einer ungünstigeren Prognose einhergehen kann. Der Nachweis, dass psychologische Therapien und Begleitung des Krebskranken wirksam sind, hat mittlerweile einen hohen Standard erreicht und ist Gegenstand intensiver Forschungen. Vorraussetzung ist natürlich, dass professionelles Vorgehen erfolgt. Der Begriff Psychoonkologe ist bisher nicht geschützt, so dass hier ein unkontrollierter Wildwuchs herrscht, auch nichtärztliche „Psychotherapeuten“ oder nicht universitär ausgebildete „Psychologen“ sind hier tätig, oftmals wird das auch als „Coaching“ verkauft. Krankenschwestern auf Krebsstationen und Palliativstationen mit psychoonkologischer Ausbildung sind ebenfalls hilfreich, auch Seelsorger können den Patienten in der Bewältigung der negativen Auswirkungen der Krankheit eine Stütze sein. Mittlerweile gibt es klare Vorgaben für die Psychoonkologie. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat entsprechende Standards für die Psychoonkologie aufgestellt, von der Gesellschaft werden auch Zertifikate ausgestellt. Der betroffene Patient sollte also genaue Informationen über die Qualifikationen des Therapeuten einholen. Erfolgt eine zielgerichtete, professionelle Therapie und Begleitung des krebskranken Patienten, ist die Bewältigung der Krankheit (Coping) und ihrer negativen Auswirkungen um vieles leichter, der Patient profitiert hiervon unter Umständen sogar mit einer verlängerten Überlebenszeit, wenn nicht sogar mit definitiver Heilung.